Jetzt blüht uns was

Ferdl aus dem Gustav-Distributorenteam steht auf Kakteen. Warum? Ganz einfach, weil sie pflegeleicht sind. Soweit so gut. In diesem Sommer hat sich Ferdl aber im Haus seiner Schwester Franzi in Unterach einquartiert und soll dort im Garten nach dem Rechten sehen – und nicht nur dafür sorgen, dass alles schön blüht und jedes Pflänzchen auch mit der richtigen Menge Wasser versorgt wird. Obendrein soll er auch noch ein Auge darauf haben, dass sich keine Fieslinge – vor allem hinterhältige Schnecken – übers Blumen- und Gemüsebeet hermachen. Puh, so viele To Dos! Kein Wunder, dass unser Ferdl überfordert ist. Zum Glück hat er eine heiße Quelle, den bekannten Biogärtner Karl Ploberger aus Seewalchen. Er hat jede Menge Tipps für Ferdl, die sicher auch für die Blütenpracht in eurem Garten Gold wert sind.
Ferdl:
Welche Pflanzen blühen den ganzen Sommer?
Karl:
Es ist gar nicht sinnvoll,Pflanzen zu setzen, die immer blühen. Vielmehr sollte man Balkonkisterln, Kübelpflanzen oder auch Blumenbeete mit vielen verschiedenen Pflanzen gestalten, damit sie immer attraktiv sind. Wichtig für mich immer: Sie sollten dekorativ sein, aber auch für die Natur etwas bieten. Damit haben auch die Insekten immer etwas zu „futtern“! Beispiele dafür sind die Ringelblumen oder die Schmuckkörbchen, aber auch so traditionelle Bauerngartenblumen, wie das Löwenmäulchen oder Margeriten.
Ferdl:
Wie gieße ich richtig?
Karl:
Nicht jeden Tag ein wenig, sondern alle vier bis fünf Tage intensiv und durchdringend, wenn man Beete wässert. Blumenkisterl oder Kübelpflanzen müssen aber, je nach Witterung, oft täglich gegossen werden. Bei großer Hitze vielleicht sogar zwei Mal.
Ferdl:
Wie kann ich Bienen und Schmetterlinge anlocken?
Karl:
Vielfalt ist das Wichtigste. Wesentlich sind ungefüllte Blüten, damit sich die Insekten viel Nektar und Pollen holen können. Bei gefüllten Blüten sind diese wichtigen Nahrungsquellen nicht vorhanden. Wichtig ist auch ein wenig „Unordnung“ im Garten. Das „wilde Eck“, wo auch Brennnesseln wachsen dürfen, wo Altholz liegt und wo auch Laub viele Versteckmöglichkeiten bietet, ist ein ganz wichtiges Gartenelement, wenn man mehr Insekten im Garten haben will. Übrigens ist es auch eine ideale Versteckmöglichkeit für den Igel.
Ferdl:
Was hilft gegen Unkraut und Schnecken im Beet?
Karl:
Zuerst einmal muss man natürlich versuchen, beim Anlegen alle Wurzeln von den Unkräutern zu entfernen. Später sollte man die Erde zwischen den Gemüsepflanzen immer mulchen, also mit organischem Material bedecken. Bestens geeignet dafür ist Rasenschnitt. Schnecken bekämpft man durch Nützlinge – im „wilden Eck“ verstecken sich nämlich nicht die Schnecken, sondern Laufkäfer. Ganz große Vertilger.
Ferdl:
Welche Pflanzen und Blumen brauchen jetzt, im Sommer, wenig Pflege und sind trotzdem voll schön?
Karl:
Alle hitzeliebenden Pflanzen sind gefragt – Dachwurz, mediterrane Kräuter, etwa Rosmarin oder Salbei.
Ferdl:
Oft werden Pflanzen und Sträucher zum Schnäppchenpreis angeboten. Kann ich hier zugreifen? Oder haben Pflanzen tatsächlich ihren Preis, wenn sie lange schön sein sollen?
Karl:
Klar kannst du zugreifen – es kommt auf den richtigen Standort und die perfekte Pflege an. Dann werden auch manche Kümmerlinge zu prächtigen Pflanzen.
Ferdl:
Welchen Pflanzen ist es wurscht, wenn ich mal vergesse, sie zu gießen?
Karl:
Jetzt wäre ich fast frech gewesen und hätte Seidenblumen empfohlen. Denn es ist nun mal so: Etwas Pflege brauchen alle echten Pflanzen. Aber die erwähnten mediterranen Kräuter verzeihen viel.
Ferdl:
Gibt es Pflanzen, die auch mehrere Tage Hitze ohne Gießen vertragen?
Karl:
Auch hier ist man schnell bei jenen Pflanzen, die aus dem Süden zu uns kommen. Aber auch Rosen, wenn sie eingewachsen sind, werden praktisch nicht gegossen, weil sie Tiefwurzler sind.
Ferdl:
Woran erkenne ich, wie durstig Pflanzen sind?
Karl:
Wenn die Blätter fahlgrün sind, zum Teil welk, dann ist es höchste Zeit zu gießen. Im Topf und Kisterl kommt das schnell. Im Garten bei ausreichend Kompost und richtigem Gießen wird es das kaum noch geben.
Einen bunten Sommer wünschen euch Karl Ploberger & Ferdl